Rubrik ‘Gärtnerei’

Ginkgos veredeln

11. März 2012

Vermehrung von Ginkgo biloba

Aussaat:
Die Vermehrung durch Aussaat ist verhältnismäßig einfach. Die Samen werden im Herbst gesammelt, wenn sie natürlicherweise von den Bäumen fallen. Der fleischige Arillus sollte entfernt werden, da die Inhaltsstoffe keimhemmend wirken. Die Samen werden anschließend stratifiziert. Dabei findet man unter Praktikern immer wieder unterschiedliche Angaben über die Stratifikation. Während teilweise von 2-4 Monaten berichtet wird, meinen Andere es seien 18 Monate erforderlich.
Wie bereits beschrieben, erfolgt die Bestäubung im Zeitraum April – Mai. In der weiblichen Samenanlage reift dann der Pollen über einen Zeitraum von ca. 4 Monaten heran, bis sich die männlichen Spermatozoiden bilden, die schließlich die weibliche Eizelle befruchten. Weibliche Blüten des Ginkgo biloba bilden auch ohne Befruchtung Samen aus. Daher sollte man bei der Ernte darauf achten, dass die Saat nicht von isolierten weiblichen Pflanzen geerntet wird (Krüssmann, G.: Die Baumschule). Da die Befruchtung der Eizelle erst im August bis September erfolgt, ist der Embryo zum Zeitpunkt der Samenreife noch nicht voll entwickelt. Um den Embryo heranwachsen zu lassen,
sollten die Samen nach der Ernte warm
(bei ca. 16-20°C) und feucht gelagert
werden.
Nach etwa 2-3 Monaten (Schütt, P et al.) sollte der
Embryo herangewachsen sein. Außerdem wird die
harte Schale des Samen in der warmen Phase abge –
baut bzw. wasserdurchlässig.
Nach dieser Phase setzt eine Keimruhe ein, die in
der Natur verhindert, dass der Sämling in der
Winterzeit aufläuft.
Verschiedene Autoren berichten, dass Ginkgo biloba
eine Kaltstratifikation bei ca. 0-5°C über einen
Zeitraum von mehreren Monaten benötigt.

Bei einer Warm-kalt-Stratifikation sollten die Samen zuverlässig im nächsten Frühjahr keimen. Die Keimrate ist sehr unterschiedlich und liegt zwischen 40% und 95%. Schütt et al. berichten, dass den nicht keimenden Samen in der Regel der Embryo fehlt. Das kann darauf hindeuten, dass es sich hierbei um unbefruchtete Samen handelt, oder aber durch fehlende Ausreife der Embryo nicht entwickelt ist.
Die Aussaat kann in Schalen oder direkt in kleine Töpfe erfolgen. Auf jeden Fall sollte man die Samen vor Mäusen schützen!
Die Sämlinge werden unter guten klimatischen Bedingungen im ersten Jahr etwa 15 cm hoch. Im zweiten Jahr erreichen sie gut 30 cm und mehr.

Veredlung:
Die Sorten der Ginkgos müssen vegetativ vermehrt werden. Dabei ist die erfolgreichste Methode sicherlich die Veredlung.

 

 Wir veredeln die Sorten Ende Februar auf 2-3jährige Sämlingspflanzen. Je nach Stärke der Reiser bevorzugen wir das Kopulieren oder das Seitliche Anplatten. Die Veredlungen werden sorgfältig verbunden und verstrichen und anschließend unter gespannter Luft gehalten, bis sie durchtreiben. Auf Wurzelware zu veredeln, die anschließend eingetopft werden, führte bei uns zu erheblichen Ausfällen. Als günstigste Veredlungszeit geben Hartmann und Kester im ihrem Buch ‚Plant Propagation’ die Zeit von Januar bis März an.

Für die Sommerveredlung sollen die Monate August und September am günstigsten sein. In den USA werden Ginkgo-Sorten auch im August okuliert (Krüssmann, G.: Die Baumschule). Auch Reiserveredlungen sollen im Sommer unter gespannter Luft gute Ergebnisse liefern.  

Wir haben bei Sorten mit knappem Vermehrungsmaterial auch versucht, die Sorten im Winter durch Chip-budding zu veredeln. Bei dieser Methode blieben aber viele Augen stecken und entwickelten im ersten Sommer nur einen Kurztrieb. Erst im zweiten Frühjahr trieben diese Pflanzen dann mit einem Langtrieb durch. Da man im Winter nicht erkennen kann, aus welcher Knospe später ein Langtrieb hervorgeht, haben wir diese Methode wieder aufgegeben und veredeln jetzt alles durch Okulation mit 3 bis 6 Knospen.

Stecklinge:
Steckholzvermehrung von juvenilen Pflanzen ist gut möglich. Krüssmann berichtet, dass dies in Japan eine übliche Methode sein soll. Im Februar 2003 und 2004 habe ich dies selbst ausprobiert. Als Steckhölzer verwendete ich die Triebstücke der Unterlagen, die beim Veredeln abfielen. Die Steckhölzer wurden mit 2% Indolylbuttersäure behandelt und sofort in Handkisten gesteckt. Das Anwachsergebnis war nahezu zu 100 %. Allerdings machten im ersten Sommer nur die Hälfte der Steckhölzer Wurzeln. Die nicht bewurzelten trieben aus, überwinterten auch gut und bewurzelten im Frühjahr des Folgejahres. Die aus Steckholz vermehrten Pflanzen erreichten aber erst im 3. Standjahr eine Höhe von 15 cm und waren kaum dick genug, um wiederum als Veredlungsunterlagen zu dienen.

 

 

 

 

 

Wie die Bilder zeigen machen sogar Steckhölzer Wurzeln, die nur im Wasser stehen. Aber auch hier ist der Zuwachs zu Anfang sehr gering.
Für die Sorten kommt sie sowieso kaum in Betracht, da nicht genug Spitzentriebe vorhanden sind.
Stecklingsvermehrung im Sommer ist nach verschiedenen Autoren ebenfalls gut möglich. Bereits in den 80er Jahren habe ich dies ausprobiert. Stecklinge von jungen Ginkgos Ende Juli bis Anfang August gesteckt bewurzelten zu etwa 80 %. Die Stecklinge habe ich damals mit 2% IBS behandelt und im Frühbeetkasten gesteckt.

Krüssmann berichtet sogar von 100%igem Erfolg, wenn die Triebe ausreichend reif sind. Stecklinge aus kurzen Seitentrieben, deren weiche Spitzen entfernt wurden, sollen nach Krüssmann am Besten wachsen. Allerdings wachsen die Seitentriebe oft nur langsam. Dies bestätigen auch eigene Erfahrungen.
Hartmann und Kester berichten, dass man Sommerstecklinge im Frühsommer unter Sprühnebel bewurzeln kann. Die Stecklinge sollten dann mit 8% IBS behandelt werden.
Stecklinge von Langtrieben aus der Stammverlängerung wären insbesondere für die schlank wachsenden Sorten vorteilhaft, da sie zu Beginn nicht plagiotrop wachsen und sich sortentypischer entwickeln müssten. Hierzu liegen uns aber bislang keine Erfahrungen vor. Auch dürfte bei dieser Methode hinderlich sein, dass geeignete Triebe nur in geringer Anzahl je Mutterpflanze zur Verfügung stehen.
Ähnlich wie bei den Steckhölzern wachsen die Jungpflanzen aber in den ersten Jahren nur spärlich. Daher scheint die Veredlung die bessere Möglichkeit zu sein.

Für die nächsten Jahren haben wir weitere Versuche zur Stecklingsvermehrung geplant. Insbesondere wird es interessant sein, zu beobachten, wie sich die zahlreichen Hexenbesen auf eigener Wurzel verhalten.

Text@Martin Dieck/Bilder@Heidi Dieck – Auszug aus unserem Ginkgobuch

Neue Seite

27. November 2011

So, nachdem vor ca. 3 Wochen meine Blogseite sich einfach mal ins Internetnirvana verabschiedet hat, habe ich es nun geschafft ziemlich alles zurück zu holen und neu aufzubauen. Nicht alle Artikel sind mehr vorhanden, ich habe einiges gelöscht und einiges auch nicht wiedergefunden – trotz Backup. Aber glücklicherweise sind fast alle Bilder noch vorhanden und auch viele der Kommentare. Ich denke auch, dass sich die Seiten schnell wieder füllen werden. Sollte noch der eine oder andere Link nicht funktionieren, so wird das in den nächsten Tagen behoben werden ….

Kann man auch im Winter pflanzen?

22. November 2011

Eine Frage, die uns immer häufiger gestellt wird.

Da viele Pflanzen bei mildem Witterungsverlauf auch im Winter neue Wurzeln bilden, ist es sogar gut, jetzt noch zu pflanzen. Dadurch ist im Frühjahr die Wasserversorgung der Pflanze besser als bei einer Frühjahrspflanzung. Die Pflanze hat einen besseren Start und demzufolge eine bessere Wuchsleistung im ersten Jahr. Um die Wurzelbildung über Winter zu verbessern ist es ratsam, den Wurzelbereich frisch gepflanzter Pflanzen mit einer Mulchschicht aus lockerem Laub zu bedecken. So friert der Boden nicht so tief durch und die Bildung neuer Wurzeln über den Winter wird erleichtert.

Aber Vorsicht: Für diese Regel gibt es auch Ausnahmen.

Immergrüne Pflanzen sollte man früh im Herbst pflanzen, damit sie vor dem Winter noch tief genug einwurzeln. Da Immergrüne auch im Winter über das Laub bzw. die Nadeln Wasser verdunsten, haben sie einen höheren Wasserbedarf als die laubabwerfenden Gehölze. Wenn nun der Boden durchfriert und die Pflanze nicht tief genug eingewurzelt ist, kann aus dem gefrorenen Boden kein Wasser aufgenommen werden. Die Pflanze erleidet dann Trockenschäden. Dies bezeichnet der Fachmann als „Frosttrocknis“. Will man trotzdem jetzt noch Immergrüne pflanzen, so hilft auch diesen eine dicke Mulchschicht im Wurzelbereich. Um die Frosttrocknis zu verringern hilft ein Einwickeln solcher Pflanzen mit einem Vlies. Das vermindert die Sonneneinstrahlung auf das Laub und bietet der jungen Pflanze einen Windschutz. Beides hilft, Trockenschäden zu verringern.

Manchmal wird auch empfohlen, bei offenem Wetter im Winter zu gießen. Ich halte nichts davon, da die Verdunstungsrate aus dem Boden im Winter ziemlich gering ist, hat der Boden meistens eine ausreichende Feuchte, um die Pflanze zu versorgen. Zusätzliches Gießen kann dann auch zu Fäulnisbildung führen, insbesondere, wenn dann noch natürliche Niederschläge hinzukommen oder sich das Wasser in der Pflanzgrube staut.

Frostempfindliche Gehölze sollten in jedem Fall gut eingepackt werden, egal ob sie jetzt erst gepflanzt werden oder schon im Frühjahr gepflanzt wurden.

 

Kurz zusammengefasst:

Immergrüne Pflanzen pflanzt man am Besten im September bis Mitte Oktober oder im März-April.

Laubabwerfende Gehölze ab dem Laubfall im Herbst bis zum zeitigen Frühjahr.

 

Pflanzen in Containern und Töpfen kann man auch während der Vegetationsperiode pflanzen. Nur müssen wir uns im Klaren darüber sein, dass sie bis zum Anwachsen im Boden genauso gepflegt werden müssen, als ob sie noch im Topf stünden.

Meine kleine Hilfe

20. September 2011

Meine kleine, große Hilfe im Gewächshaus ….. ;-)

Unsere kleine Enkelin ist jeden Tag mit mir draußen und räumt mehr oder weniger mit auf. Noch gibt es für sie keinen Kindergartenplatz und somit „muss“ sie den ganzen Tag mit Oma in der Gärtnerei zubringen. Doch ich glaube, sie ist damit ganz glücklich und zufrieden. Die meiste Zeit beschäftigt sie sich irgendwie selbst. Es gibt ja auch immer genug zu tun für sie – da sind die vielen Tiere, ihr kleines Haus, der Sandkasten und ab und an muss man auch mal die Gärtnerei unsicher machen …… doch gezogene Etiketten und vertauschte Pflanzen gehören bei ihr nun auch zur Vergangenheit….

Wir im NDR

15. November 2009

Vor zwei Wochen rief  NDR bei uns an und fragte ob wir Interesse an einem kleinen Auftrritt im NDR hätten. Naja, ist ja eigentlich nicht schlecht – schließlich irgendwie auch Werbung; andere bezahlen dafür teuer Geld ;-)

Nach einigen (vielen) Anrufen zum Abstimmen der Sendung war es dann am Mittwoch soweit. Pünktlich halb ein Mittag traf das Team um Reporter Florian Weber ein. Geplant waen einige kurze Live-Sequenzen zum Thema „Winterfester Garten“. Als erstes stellte F.Weber fest, dass ja um 16.30 Uhr (dann sollte gesendet werden) es schon ziemlich dunkel ist. *grins* – das fällt denen ja zeitig ein …. Später meinte er zu der Reporterin der örtlichen Zeitung, die den Dreh begleiten wollte, dass es eben in Hamburg später dunkel wird (wegen der Strassenbeleuchtung) haha….

Naja, jedenfalls entschlossen wir uns schon vorab zu drehen und nur die Anmoderation live zu übertragen. Klappte dann auch gut. Nur dases  leider ein absolut trüber, regenreicher Tag war. Schade, ein wenig restliche Herbstsonne wäre sehr schön gewesen. Aber man kann eben nicht alles haben.

Alles in allem war es eine interessante Erfahrung. Dem Fernsehen mal über die Schulter schauen kann man schließlich nicht alle Tage. Hier noch ein paar Bilder.

Tag der offenen Gärten

9. September 2008

Am 12.Oktober 2008 findet hier in unserer Region ein Herbsttag statt. Mehrere private Gärten zeigen an diesem Tag ein letztes Mal im Jahr ihren Garten. Sicherlich ist es interessant zu sehen, wie die verschiedenen Gärten im Herbst wirken, denn normalerweise finden offene Gartenpforten ja eher im Sommer statt.

Die Gärten sind zu einer/oder mehrere Routen zusammengefasst. Wer also Lust und Zeit hat, kann mehrere Gärten an einem Tag besuchen.

Auch wir werden uns an dem Tag beteiligen und unseren Garten und die Gärtnerei öffnen. Für Kürbisbrot und Punsch ist, wie immer zu unseren Herbsttagen, natürlich gesorgt.

Nähere Infos zu den beteiligten Gärten findet man unter Gartenwege Niedersachsen .

Es geht wieder los …

28. August 2008

ab dem Wochenende fahren wir wieder zu den Pflanzenmärkten.

Erfurt, Hamburg, Berlin, Bremen, Essen und Göttingen. Damit sind die Wochenenden bis zum Oktober verplant. Dannach noch unsere eigene Veranstaltung und dann tritt die Herbst und Winterruhe ein….